30
Mrz
2012
Dass Kunst und Erotik schon seit Anbeginn der Malerei und Abbildung zusammengehören, ist nichts neues. Nicht zuletzt Michael von Zichy zeigt das hervorragend in seinem Zyklus “Liebe”.
Der Zyklus “Liebe” gehört zu den berühmtesten und seltensten erotischen Mappenwerken. Zichys grandiose und einfühlsame Zeichnungen verbinden künstlerische Meisterschaft mit der Fähigkeit, die körperliche Liebe von den ersten zarten Regungen bis zum leidenschaftlichen Höhepunkt in allen Variationen zu zeigen. Ursprünglich befanden sich die Zeichnungen im Besitz von Zar Alexander II., denn Zichy war Hofmaler am russischen Hof. Komplette Originalausgaben des erstmals 1911 erschienen Werkes sind rar und werden um die 3.000 € gehandelt.
Viele Jahre hat er diesem Studium gewidmet, mit unendlichem Fleiß gearbeitet, tausende Skizzen gemacht, die er, wie Zeitgenossen berichten, wieder vernichtete, weil sie ihn nicht befriedigten, nicht der vollendete Ausdruck dessen waren, was ihm vorschwebte. Er, der die Frauen nicht nur als Künstler, sondern auch als Menschenkenner und Anatom tausendmal beobachtet hatte, wußte nur zu gut, wie schwer es ist, in dem Betrachtenden den Eindruck vollständig restloser Hingabe hervorzurufen” (C. W. Stern, zitiert nach Hayn-Gotendorf). Es gibt kaum eine Art erotischer Betätigung, die Zichy in diesem Zyklus nicht dargestellt hat.
Michael von Zichy (Mihály Zichy) wurde am 15. Oktober 1827 in Zala (Ungarn) als Sohn von Landadeligen geboren und nahm 1842 in Pest ein Jurastudium auf. Parallel studierte er bei dem Italiener Jacopo Marastoni Malerei. 1844 zog er nach Wien, um bei Ferdinand Georg Waldmüller zu lernen.
Obwohl seine Werke nicht unbemerkt blieben, fehlte ihm die finanzielle Lebensgrundlage. 1847 wandte er sich nach St. Petersburg, wo ihn Großfürstin Helena Pawlowna als Zeichenlehrer ihrer Tochter Katharina Michailowna (1827–1894) engagierte. 1849 machte er sich selbständig und schuf seine größten Werke. Zar Alexander II. ernannte Zichy 1859 zum Hofmaler. In dieser Zeit entstanden zahlreiche Gemälde bedeutender russischer Höflinge. Dort heiratete er 1865 Gräfin Elisabeth Vratislav von Mitrovitz. Die Ehe wurde schon um 1867 beendet.
1874 verließ er Russland in Richtung Paris, wo er fünf Jahre wohnte und Präsident des Ungarnvereins wurde. Er traf dort auf Félicien Rops und Gustave Doré und malte u. a. das 
Bild Kurtisane nach der Hauptfigur von Émile Zolas Roman Nana. Er kehrte mehrmals zur Ausführung künstlerischer Aufträge nach Russland zurück. Die letzten Jahrzehnte seines Lebens verbrachte er am Hof von Zar Alexander III.
Quellen: Wikipedia Mail-Order-Kaiser zeno.org liveauctioneers.com